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Biografisches & Aktuelles

Die Zeit in Indien

Yogi Bhajan wurde als Harbhajan Singh Puri am 26. August 1929 in der Nähe von Lahore, Indien (im heutigen Pakistan) geboren. Nach der Teilung Indiens lebte er in New Delhi, absolvierte an der Punjab University ein wirtschaftswissenschaftliches Studium und arbeitete später für den Zoll am Flughafen New Delhi.

 

Er begann die Praxis und das Studium des Yoga mit vermutlich 18 Jahren. Über die Jahre lernte er von verschiedenen Lehrern, u.a. von Dihendra Brahmachari und Bhai Virsa Singh.

 

 

Die Zeit im Westen

1968 wurde er nach Kanada eingeladen, um an der Universität von Toronto Yoga zu unterrichten. Von dort führte sein Weg nach Los Angeles, wo die 3H Organisation auf seine Initiative hin entstand. "Healthy, happy, holy" (gesund, glücklich, heilig).

 

In den Folgejahren widmete er sich der weiteren Verbreitung von Kundalini Yoga und  Sikh Dharma und bündelte wirtschaftliche Unternehmungen der Kundalini Yoga Gemeinschaft. Yogi Bhajan starb am 6. Okober 2004 in Espanola/Neu Mexiko.

 

www.yogibhajan.com

 

 

Aktuelle Stellungnahme des Vereinsvorstands:

(Stand: 9. April 2020)

 

Wir gehen als Yogapraktizierende, als yogische Gemeinschaft und als Verein auf vielen Ebenen durch sehr bewegte Zeiten.  

 

Die autobiographische Erzählung "Premka -White Bird in a Golden Cage - My Life With Yogi Bhajan" der Autorin Pamela Sarah Dyson (Februar 2020) beschreibt darin die Anfänge der 3HO Lebensweise in Amerika und Situationen und Strukturen, die sie seitens Yogi Bhajan als grenzverletzend und übergriffig erlebt hat.
P.S. Dyson war seinerzeit unter dem Namen Premka Kaur eine von Yogi Bhajans Sekretärinnen.

 

Diese Veröffentlichung war der Katalysator für eine ganze Reihe weiterer Berichte. In diesen wird Yogi Bhajan als machtmissbrauchend beschrieben, aber auch andere Vorkommnisse innerhalb der damaligen 3HO Strukturen wurden als übergriffig und grenzverletzend erlebt. All diese Vorgänge werden nun systematisch von 3HO International, KRI und den weiteren mit diesen kooperierenden Organisationen untersucht. Das Ziel des Collaborative Response Team (CRT), welches sich aus Vertretern der o.g. Institutionen zusammensetzt, ist die umfassende Aufklärung dessen, was Yogi Bhajan seinerzeit selbst getan hat oder was durch Funktionsträger innerhalb der Strukturen an Gewalt geschehen ist. Die hierfür beauftragte unabhängige Organisation "An Olive Branch", die auf dem Gebiet von Grenzverletzungen und Machtmissbrauch umfassende Erfahrung hat, recherchiert insbesondere die sexuellen Übergriffe. Für Juni 2020 wird der Bericht von "An Olive Branch" erwartet.    

 

Viele unserer Mitglieder, seien es LehrerInnen, AusbilderInnnen oder Praktizierende, sind verunsichert und überprüfen ihren eigenen Standpunkt zum Kundalini Yoga. Wie in den Beiträgen auf Facebook, in Email-Gruppen, in Redekreisen oder in persönlichen Gesprächen deutlich wird, versuchen wir mit den Anschuldigungen umzugehen und zu einer neuen Klarheit zu finden.

 

Uns ist es wichtig, dass Menschen, denen Leid zugefügt wurde und Ungerechtigkeit widerfuhr, gehört werden und in ihrem Prozess der Aufarbeitung des Traumatisch-erlebten und der Heilung Unterstützung erfahren. Wir sehen diese Zeit als eine Einladung, unsere inneren Strukturen zu überprüfen und unkritisch Übernommenes zu korrigieren. Unser Ziel ist eine kontinuierliche Verbesserung der Lern- und Lehrumgebung im Kundalini Yoga, so dass Menschen für Übergriffe fördernde Strukturen sensibilisiert werden, Grenzüberschreitungen erkennen und angemessenes Handeln lernen.

 

Wir, als Verein 3HO Deutschland e.V., reflektieren seit vielen Jahren die Unterrichts- und Ausbildungsstrukturen, so dass sowohl bei den Unterrichtenden als auch bei den SchülerInnen Bewusstheit entsteht über mögliche Machtgefälle. Ein wichtiger Aspekt ist uns die Weiterentwicklung der Lehre, verbunden mit unserem 'Erwachsen-werden', der Stärkung des Selbstwerts und der Eigenständigkeit der Kundalini Yoga SchülerInnen. Dies gilt in den Kursen, als auch in den Aus- und Weiterbildungen. Eine wichtige Institution ist unsere Ombudsstelle. Sie arbeitet vertraulich und wird betreut von zwei in der Mediation und dem Beschwerde-Management erfahrenen Frauen.

 

Wir begreifen diese Krise als eine Chance, unseren Verein - gemeinsam mit unseren Mitgliedern - weiterhin in eine gute Richtung zu führen. Unsere nächsten konkreten Schritte werden sein:

 

  • Die Überarbeitung/Kontrolle des Lehrmaterials (vorrangig durch KRI unter Mitwirkung der Ausbildungsschulen und AusbilderInnen
  • Weitere Risikoanalysen und Schutzkonzepte in Bezug auf Machtmissbrauch und Grenzverletzungen in Unterricht und Ausbildung

 

Der 3HO Vorstand

 

Das Collaborative Response Team veröffentlicht regelmäßig neue Entwicklungen.